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Transdis-

In stop counting wird für die Bereiche Mathematik und Kunst eine transdisziplinäre Arbeitsweise realisiert. Das Wissen, die Gedanken, Erfahrungen, Einstellungen, Methoden und Umgangsformen zwischen beiden Disziplinen werden ausgetauscht und die Resultate strahlen in beide Disziplinen zurück. Es werden mögliche neue Perspektiven, Betrachtungsweisen und Wege gefunden, um grundsätzliche Sachverhalte anders zu sehen und zu verstehen.

Interdisziplinarität als Form der Zusammenarbeit oder Struktur entstanden, um Probleme, die sich ja nicht um die menschliche definierten Sparten und deren Grenzen kümmern, umfassender in den Griff zu bekommen. In unsere Erfahrungsbereich handelt es sich um Interdisziplinarität zwischen Kunst und Wissenschaft. Und hier bleibt es meist beim „inter-“ stecken. Während die Kunst und die Kulturwissenschaften sich intensiv mit naturwissenschaftlichen Modellen auseinandersetzen, ist dies umgekehrt meist nicht der Fall. Es bleibt bei dem Versuch, dass die Kunst sich an der Wissenschaft abarbeitet. Es entsteht ein Gefälle von den so genannten harten Wissenschaften hin zur Kunst. Dieses Gefälle kann als „Hart-Weich-Gefälle“ bezeichnet werden und stellt das Hauptproblem interdisziplinärer Projekte dar.

Der Reiz und das Problem bei transdisziplinärem, syntopischem, dynamisch vernetztem - jedwedem Arbeiten, welches übliche Rahmenbedingungen verlässt, liegt darin, dass fundamental neu definiert und konzipiert werden muss. Daraus folgt, dass die üblichen Ordnungsstrukturen nicht mehr greifen und dass Resultate entstehen, die nicht eindeutig zu bestimmen sind.
Vielleicht kann man auch von Heterotopie sprechen. Michel Foucault forderte andere Räume, um der stummen Sakralisierung von Raum ein Ende zu bereiten. Entgegensetzungen und Hierarchisierungen jedweder Räume sollten aufgelöst und in eine Gemengelage von Beziehungen überführt werden. Er entwarf de Begriff der Heterotopie für diejenigen Orte, die mit dem gesellschaftlichen und kulturellen Raum in Verbindung stehen, ihm jedoch gleichzeitig widersprechen.

„Verbindung des räumlich und gedanklich Getrennten ist Voraussetzung für Kreativität. Diese erwächst aus der Verbindung von persönlichem Wissen, explizitem Wissen und implizitem Können.“ „Ich glaube, wir brauchen in der Tat einen neuen Begriff, ein neues Wort für das, was wir meinen, nämlich die Überwindung der Teilkulturen, für die immer mehr sich vereinzelnden Gebiete der Kunst, der Wissenschaft, der Wirtschaft und Politik und meinetwegen auch der Medien. Ein funktionierendes gesellschaftliches System wird dadurch getragen, dass es verschiedene Teilkulturen beinhaltet, die aber miteinander verbunden sind - in einem positiven Sinne. Und das was die einzelnen Teilkulturen repräsentieren, sind eigentlich in einem abstrakten Sinne Orte. Deswegen der Begriff 'Syn-topie'“.                             

Ernst Pöppel
Heterotopien dagegen sind wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können.                                                                            über Foucault, Wikipedia