Stop counting ist ein transdisziplinäres Projekt der Künstlerin Tyyne Claudia Pollmann und des mathematischen Physikers Dr. Thoralf Chrobok.

In stop counting werden die Disziplinen der bildenden Kunst und Mathematik zusammengeführt, um gemeinsam einen neuen Zugang zu den Grundlagen strukturierten Wahrnehmens, Denkens und Handelns zu entwickeln.

Die Zusammenarbeit hat mit einer Recherche bezüglich der Protagonisten wie auch einer Analyse der Grundlagen des topologischen Denkens begonnen. Hierzu gehören beispielsweise die Begriffe der Zahl mit ihren zulässigen Operationen und die Begriffe von Mengen und deren Struktur. Sie werden für stop counting untersucht und in ihre Bestandteile dekonstruiert. Dabei werden Aspekte und Partikel der mathematischen Terminologie und Notation, operationaler Vorgehensweisen, Definitionen und elementarer Strukturen ästhetische transformiert, um einer neuartigen Wahrnehmung zugänglich gemacht zu werden.

Die Sichtbarmachung dieser Grundelemente erfolgt mit den ihnen eigenen Kohärenzen und Inkohärenzen, Generalisierungen und Limitationen, logischen Folgerungen, Paradoxien und Antinomien und veranschaulicht deren komplexen, globalen und lokalen Charakter. Diese ersten Denkmuster, Zusammenhänge und Grundgehalte bergen Implikationen für alle weiteren Felder menschlicher Aktivität, in denen grundlegende strukturierte Denkmuster angewandt werden: gesellschaftliche, politische, soziale, technische, wissenschaftliche Bereiche sind hiervon betroffen. Eine neu geschaffene Wahrnehmung für diese Grundlagen birgt neue Verständniszusammenhänge und Wege der Problemlösung für die genannten Bereiche. Aus diesem Grund ist eine Auseinandersetzung mit den heutzutage herkömmlichen rudimentären Denkrastern von wesentlicher Bedeutung. „Wahrnehmen ist Handeln!“ Heinz von Foerster

 

Stop counting fokussiert für das Jahr 2008 den Bereich der Topologie, in dem geometrische Zusammenhänge unabhängig von Koordinatensystemen definiert werden. Begriffe wie Umgebung, Nachbarschaft, Rand, Inneres, der Weg und die offene Menge werden hier maßgeblich für den Umgang mit den Körpern im Raum.

 

Unser Anliegen ist, die üblichen mathematischen Routinen zugunsten eines Zugangs zu wesentlichen Inhalten und Beziehungsmustern zu verlassen: stop counting!

Eine Sensibilisierung für operationale Vorgänge zwischen den unterschiedlichen Repräsentanten schafft Freiräume, die sich real in Exponaten und Raumsituationen wieder finden und erfahren lassen. Eine Verräumlichung der Beziehungen zwischen Repräsentant und Hintergrund, zwischen Information und Träger führt zu einer Verortung des Rezipienten innerhalb der Systemmodule. Der Rezipient/In selbst wird Akteur/In, Partikel, Teilhaber/In und Partizipient/In des Konstruktes.